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Straßenkatzen: Kastrationsaktion in Niedersachsen startet

Um das Leid der Straßenkatzen einzudämmen, startet erneut die
landesweite Kastrationsaktion unter Federführung
Landestierschutzverbands Niedersachsen. Im Aktionszeitraum vom
5. November bis voraussichtlich 15. Dezember können
Tierschutzvereine und private Katzenschützer Straßenkatzen
kostenfrei bei teilnehmenden Tierarztpraxen kastrieren lassen.

Der Deutsche Tierschutzbund und der Landestierschutzverband
Niedersachsen stellen neben den 70.000 Euro der Landesregierung
weitere 60.000 Euro bereit und verweisen auf die Dringlichkeit
einer bundesweiten Kastrationspflicht. Mit der Tiernothilfe Nord
beteiligt sich erstmals auch ein örtlicher Tierschutzverein mit
15.000 Euro an der Kastrationsaktion.

„Die Kastration ist der Schlüssel im Kampf gegen das Leid der
Straßenkatzen“, sagt Dieter Ruhnke, Vorsitzender des
Landestierschutzverbands Niedersachsen. Zugleich kritisiert er, dass
die von der niedersächsischen Landesregierung im Koalitionsvertrag
angekündigte Katzenschutzverordnung noch immer aussteht: „Es ist
bitter, dass die Landesregierung ihre Zusage für eine
Kastrationspflicht für Freigängerkatzen noch immer nicht umgesetzt
hat. Umso wichtiger ist es, dass wir in diesem Jahr erneut
Straßenkatzen kastrieren können, um der unkontrollierten
Vermehrung und dem damit verbundenen Leid zumindest ein Stück
weit entgegenzuwirken.“

Auch Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes,
fordert die Politik zum Handeln auf: „Das Elend der Straßenkatzen ist
unerträglich. Tierschutzvereine und Katzenschützer in ganz
Deutschland kommen bei der Kastration, Betreuung und Versorgung
der Tiere zunehmend an ihre Grenzen. Eine bundesweite
Kastrationspflicht für Katzen mit Freilauf würde das Leid der
Straßenkatzen wirksam eindämmen und die Tierschützer vor Ort
enorm entlasten. Dass die Politik hier weiter zögert, ist
unverantwortlich.“

Das Leid der Straßenkatzen hat sich in den vergangenen Jahren zu
einem der größten unbemerkten Tierschutzprobleme in Deutschland
entwickelt, wie der Deutsche Tierschutzbund in seinem „Großen
Katzenschutzreport“ aufzeigt. Die Tiere stammen ursprünglich von
unkastrierten Katzen mit Freilauf aus Privathaushalten ab. Ohne
menschliche Zuwendung kämpfen die Katzen auf der Straße um ihr
Überleben: Sie leiden unter Krankheiten, Verletzungen, Hunger und
Parasitenbefall. Jungtiere verenden meist innerhalb der ersten
Lebensmonate.

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Zum Ablauf der Kastrationsaktion:
Bereits zum neunten Mal seit Projektstart im Frühjahr 2018 führen
Tierschützer in Zusammenarbeit mit dem Landestierschutzverband
Niedersachsen e.V. und der Tierärzteschaft die landesweiten
Kastrationen in Niedersachsen durch. Bisher sind bei diesen Aktionen
rund 21.000 Katzen kastriert worden. Die Anzahl der kastrierten
Katzen ist abhängig von den verfügbaren Mitteln, die variieren, weil
die Mittel seitens der Landesregierung nicht verstetigt wurden.
Um Straßenkatzen im Aktionszeitraum kostenlos kastrieren zu
lassen, müssen sich Vereine und private Katzenschützer bei den
teilnehmenden Tierarztpraxen anmelden, schriftlich bestätigen, dass
es sich bei den Katzen nicht um in Privathaushalten lebende Tiere
handelt und diese bei der zuständigen Fundgemeinde als Fundtier
gemeldet worden sind. Nach der Kastration werden die Katzen mit
einem Transponder mit Mikrochip gekennzeichnet, bei FINDEFIX,
dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, registriert
und wieder am Einfangort freigelassen. An kontrollierten
Futterstellen werden die Katzen weiterhin von Ehrenamtlichen
beobachtet, gefüttert und bei Bedarf eingefangen, um sie
medizinisch versorgen zu lassen.
Hinweis an die Redaktionen:
Der „Große Katzenschutzreport“ des Deutschen Tierschutzbundes
belegt das Ausmaß der Tierschutzproblematik und erschien im
Rahmen der aktuellen Kampagne „Jedes Katzenleben zählt!“ des
Verbands: www.jetzt-katzen-helfen.de/report

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